An der Primarschule Turgi hat sich im laufenden Schuljahr ein Projekt etabliert, das sich dem Philosophieren widmet. Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klassen treffen sich in kleinen Gruppen (max. 8) in regelmässigen Abständen, um sich mit interessanten und wichtigen Fragen des Lebens zu beschäftigen.

Meist von einer Geschichte ausgehend, stellen die Kinder Fragen, machen sich dazu Gedanken und reden darüber in der Gruppe. Die Fragen sind nicht wissenschaftlicher Art (z.B. «Wie sind die Planeten entstanden?») und lassen keine allgemeingültigen Antworten zu.

Dabei üben die Kinder zahlreiche Fähigkeiten, die für unser Zusammenleben essentiell sind: Gedanken formulieren und adäquat äussern, zuhören können, ausreden lassen, Beiträge in der Runde nicht wertend entgegennehmen, sich in Gedanken von anderen hineinversetzen, andere Meinungen gelten lassen, auf Äusserungen wohlwollend eingehen, gegenseitiges Vertrauen in der Gruppe aufbauen und stärken.

Nachfolgend ein paar Schilderungen aus der 5. Klasse:

«Die Denkfreunde sind etwas Interessantes. Man hat so viel Fragen, die keine klare Antwort haben. Jeder hat seine Meinung. Man macht sich Gedanken. Wir diskutieren, hören zu, lassen andere ausreden. Wir treffen uns und denken über das Leben nach. Man denkt, und vielleicht erforscht man etwas Neues…»

«Ich denke gern bei den Denkfreunden. Wir reden über die Gedanken. Wir hören den anderen zu und reden nicht einfach dazwischen. Man darf einfach denken und man darf Fragen stellen. Es gibt nichts besseres als Denken.»

«Bei den Denkfreunden denkt man an Sachen, die keine richtige Antwort haben, z.B. Was passiert nach dem Tod? Man diskutiert und begründet wieso. Was man hier richtig macht, ist richtig gesagt: Philosophieren.»

«Unsere Denkfreundelehrerin liest uns spannende Geschichten vor. Wir treffen uns in der Bibliothek. Dort hat es viel Platz und ein Sofa, wo wir uns hinsetzen und über Fragen diskutieren dürfen.»

«Wir denken über Fragen nach, die beim ersten Mal einfach klingen. Wenn man gut darüber nachdenkt, hat man keine klare Antwort dazu. Mir gefällt es, dass wir nachdenken über Sachen, die wir uns kaum vorstellen können.»

«Wir diskutieren und hören einander zu. Wir denken eigentlich über das Leben nach.»

Daniela Kella, SHP Mittelstufe, Primarschule Turg




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