Der Waldmorgen ist viel mehr als nur ein Ort am Feuer. Er wird zum  Lernort, an dem verschiedene Fachthemen des Lehrplans 21 vermittelt werden. 

Mathematik, Deutsch und NMG im Wald

Mathematik wird hier mit Waldgegenständen vermittelt, Blätter werden gezählt, Äste gemessen und Malrechnungen gelegt. Auch Deutsch wird auf spannende Weise umgesetzt: Durch das Sammeln und Bennen von Naturmaterialien, das Schreiben von Geschichten über den Wald oder durch das Erzählen rund um die Natur werden Sprachfähigkeiten geschult.  

Der Bereich Natur, Mensch, Gesellschaft (NMG) wird im Wald ebenfalls auf praktische Weise behandelt. Die Kinder lernen über die verschiedenen Pflanzen und Tiere, die den Wald bewohnen, und beschäftigen sich mit der Bedeutung des Waldes. 

Ein Lernort im nahegelegenen Wald

Wir starten den Schultag nicht in unserem Klassenzimmer, sondern im nahegelegenen Wald. Im Rahmen des Waldmorgens erleben Schülerinnen und Schüler einen aussergewöhnlichen Start in den Tag, der Lernen mit Natur, Bewegung und Gemeinschaft verbindet. 

Zu Fuss zum Waldsofa

Der Waldmorgen beginnt schon mit dem Weg zum „Waldsofa“. Dabei handelt es sich um eine Sitzgelegenheit aus Ästen, die mitten im Wald auf die Kinder wartet. Der Weg dorthin ist nicht nur eine kleine Wanderung, sondern auch eine Gelegenheit, den natürlichen Lebensraum zu entdecken und zu erkunden.  

Znüni am Feuer

Beim Waldplatz angekommen führt eine Lehrperson eine erste Unterrichtssequenz durch und währenddessen das Feuer von der zweiten Lehrperson entfacht wird. Ein Znüni am Feuer ist nicht nur eine willkommene Pause, sondern es werden auch die soziale Kompetenz gefördert und gelernt, Verantwortung zu übernehmen – sei es beim Zubereiten des Feuers, beim Teilen der mitgebrachten Znünis oder beim Aufräumen danach.  

Sozialkompetenzen im Wald stärken

Ein weiterer, wichtiger Aspekt des Waldmorgens ist die Förderung von Sozialkompetenzen. Durch die gemeinsame Zeit im Wald lernen die Kinder, Konflikte selbst zu lösen, Verantwortung zu übernehmen und respektvoll miteinander umzugehen. In der natürlichen Umgebung gibt es viele Situationen – sei es beim Bauen von kleinen Hütten oder beim gemeinsamen Spielen, bei denen Rücksichtnahme und Kooperation spielerisch trainiert werden.

Was kommt den Kindern der 1/2g in den Sinn, wenn sie an unsere Waldmorgen denken?

  • “Regenhosen”
  • “Wir arbeiten”
  • “Rechnen”
  • “Lesen”
  • “Spielen”
  • “Wir haben einen Baum geschmückt”
  • “Ich habe meinen Baum ausgesucht”
  • “Schnitzeljagd”
  • “Wir haben einen Barfussweg gebaut”
  • “Singen”
  • “Waldschuhe anziehen”

Fazit: Ein Waldmorgen ist weit mehr als ein „Lernen in der Natur“.

Die Schülerinnen und Schüler erleben den Wald als lebendigen Lernort. Gleichzeitig werden wichtige Werte wie Gemeinschaft, Verantwortung und Respekt vor der Natur vermittelt. Der Waldmorgen ist ein Beispiel dafür, wie ausserhalb des Klassenzimmers gelernt werden kann. 

Ein Beitrag von Yvonne Streiff, Klassenlehrerin, Klasse 12g

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