Im letzten Schuljahr erreichte die Schulanlage Burghalde bereits ihre Kapazitätsgrenze. Aufgrund der steigenden Schülerzahlen war eine Auslagerung daher unumgänglich.
 
Seit dem laufenden Schuljahr werden nun acht Klassen im Provisorium Ländliwiese unterrichtet. Die Entscheidung, welche Klassen davon betroffen sein würden, war das Ergebnis eines langen und sorgfältigen Prozesses, bei dem die Schulleitung Sek I in enger Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen und unter Berücksichtigung vieler Faktoren eine Lösung erarbeitet hatte. Ziel war es, den Grundgedanken der Burghalde auch am neuen Standort abzubilden. Die Burghalde steht für die Vereinigung von Klassen aller Leistungstypen und Stufen. Dieser Grundgedanke sollte daher auch am neuen Standort bewahrt werden, der nun den Namen Burghalde 4 trägt.
 
Wie erleben nun die betroffenen Schülerinnen und Schüler diese Veränderung? In diesem Blogbeitrag teilen sie ihre Eindrücke und Erfahrungen – von den positiven Aspekten bis hin zu den Herausforderungen, die mit dieser neuen Realität verbunden sind.

Platz und Ruhe – Positive Aspekte des Provisoriums

Einige Schülerinnen und Schüler schätzen die neue Raumaufteilung. Die grossen, hellen Klassenräume bieten viel Platz und ermöglichen eine angenehme Lernatmosphäre. Besonders die Ruhe im Vergleich zur grossen Burghalde wird häufig als angenehm empfunden. Es habe viel weniger Leute, wie an der Burghalde 1-3 und man habe dadurch erheblich mehr Platz. Der Pausenplatz sei weitläufig und lade zu sportlichen Aktivitäten ein – der Ping-Pong-Tisch werde regelmässig genutzt und der eigene Pausenkiosk sei ein klarer Pluspunkt. Zudem stellen die Schülerinnen und Schüler fest, dass sie aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten zu alternativen Beschäftigungen in den Pausen weniger am Handy sind. Auch die Nähe zur Stadt und zur Bushaltestelle sei praktisch und wird als Vorteil wahrgenommen. Die klimatisierte Luft und die gute Lüftung in den Räumen würden für ein angenehmes Raumklima sorgen, was nicht nur in den heissen Sommermonaten geschätzt wurde.

Das Gefühl der Isolation – Eine Herausforderung für manche

Trotz der positiven Aspekte gibt es auch Herausforderungen, die von den Schülerinnen und Schülern nicht unbeachtet bleiben. Viele berichten von einem Gefühl der Isolation. Vor allem die Jugendlichen, die zuvor an der Burghalde 2 unterrichtet wurden oder ausserhalb ihrer Klasse nur wenige Ansprechpersonen auf ihrer Stufe oder im Jahrgang haben, empfinden dies als Nachteil. Die Trennung von der “grossen Burghalde” und der fehlende Austausch mit ehemaligen Kolleginnen und Kollegen sind für einige eine grosse emotionale Hürde. Das Teilen des Pausenplatzes mit Primarschülerinnen und Primarschülern sorge teilweise für Unmut, und auch die fehlende Mensa wird als klarer Nachteil angesehen. Der eigene Pausenkiosk biete zwar eine gute Auswahl, aber die begrenzte Vielfalt reiche nicht aus, um das Fehlen einer Mensa zu kompensieren.

Ein weiteres Thema, das immer wieder angesprochen wird, ist der Umstand, dass der Wechsel zwischen den beiden Standorten nicht immer reibungslos verlaufe. Die Wege seien lang und vor allem in der grossen Pause bleibe wenig Zeit für Erholung, da der Gang von einem Gebäude zum anderen oft Verzögerungen verursache und man sich stets gestresst fühle. Die Jugendlichen hätten den Eindruck, permanent “zu spät” zu sein.

Ein Fazit zwischen Chancen und Herausforderungen

Trotz der Herausforderungen bleiben viele Schülerinnen und Schüler zuversichtlich und relativ gelassen. Die Burghalde 4 hat sich doch bei manchen als nicht so “schlimm”, wie zu Beginn befürchtet herausgestellt. Trotzdem wagen noch einige zu hoffen, dass diese Situation nur vorübergehend ist und sie  wieder ins Hauptgebäude zurückkehren können.

Abschliessend lässt sich sagen, dass die Burghalde 4 eine gemischte Erfahrung für die betroffenen Klassen darstellt. Die Schülerinnen und Schüler schätzen die ruhige Lernumgebung und die vielen Möglichkeiten in den Pausen, doch die soziale Trennung und die praktischen Hürden wie der lange Weg zwischen den Schulgebäuden machen die Situation zu einer Herausforderung. Dennoch wird das Beste aus dem Umstand gemacht, und viele sind gespannt, wie sich das Schuljahr weiterentwickeln wird. Besonders interessiert sind sie daran, wie der Ausbau des Jugendraumes im Pavillon, den die Jugendlichen aktiv mitplanen und anschliessend selbst umsetzen dürfen, vonstatten gehen wird. Zudem wurden auch Anliegen der Jugendlichen, die über den Schüler und Schülerinnenrat an die Schulleitung herangetragen wurden – wie zum Beispiel Sitzgelegenheiten im Aussenbereich – erfolgreich umgesetzt. So wird nach und nach ein Raum geschaffen, in dem sich die Jugendlichen nicht nur gehört, sondern auch aktiv beteiligt fühlen – ein weiterer Schritt hin zu einer lebendigen und partizipativen Schulkultur. Auch wenn es gewisse Herausforderungen und Unpässlichkeiten gibt, lernen die Jugendlichen, mit Veränderungen umzugehen, ihre Bedürfnisse zu kommunizieren und Verantwortung für ihren Lernort zu übernehmen. Darüber hinaus entwickeln sie die Fähigkeit, flexibel auf unvorhergesehene Situationen zu reagieren und ihre Herangehensweise entsprechend anzupassen. Diese Erfahrungen vermitteln wichtige Lektionen in Anpassungsfähigkeit, Durchhaltevermögen und flexibler Denkweise – Fähigkeiten, die sie nun für ihr Leben lernen.

Beitrag von Sarah Keller, Schulleiterin Sek I, auf Basis von Rückmeldungen der betroffenen Jugendlichen

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