
Unsere Schule – unser Aussenraum: Kunst trifft Kreativität an der Burghalde
Neue Bauarbeiten an der Schule Burghalde
Während der diesjährigen Spezialwoche an der Burghalde war im September aus einer Ecke des Schulgeländes lautes Hämmern, Sägen, Bohren zu vernehmen. Man fragte sich: Was wird hier gebaut? Wieso rollen auf einmal Kugeln über Dachlatten den Hang hinunter? Wieso ist der kleine Wald voller Schülerinnen und Schülerinnen der ersten Oberstufe?
Markus Weiss, ein Künstler aus Zürich, ist bekannt für seine innovative Herangehensweise an Kunst im öffentlichen Raum. Sein Ziel ist es, Orte zu schaffen, die zum Austausch und zur Interaktion anregen. Dies zeigt sich auch an der Schule Burghalde, wo er nicht nur die künstlerische Gestaltung des Aussenraums übernommen hat, sondern auch den Kunst-am-Bau-Wettbewerb gewann. Dabei verbindet er seine Projekte mit der aktiven Einbindung der Schülerinnen und Schüler. Während der diesjährigen Spezialwoche war er wieder vor Ort.

Warum ihn die Zusammenarbeit mit Schulen fasziniert, welche Erfahrungen er dabei macht und welche Rolle Kunst im Schulalltag spielen kann, erklärt Markus Weiss im Interview.
Markus, warum hast du an unserer Schule bis jetzt zwei Spezialwochen beim Silo durchgeführt?
Die beiden Wochen sind Teil des Kunst-am-Bau-Wettbewerbs der Schule Burghalde, welchen ich gewonnen habe. Nebst meiner künstlerischen Intervention ist mir die Vermittlung in meinem Projekt sehr wichtig. Dies beinhaltet die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern. Darum führe ich jedes Jahr einen Workshop durch, wo ich gemeinsam mit den Lehrpersonen und den Schülerinnen Schülern zusammenarbeite. Dabei verknüpfe ich einerseits mein Aussenschulzimmer mit dem Schulbetrieb, andererseits schafft das Arbeiten vor Ort einen Kontakt und ein Gespür für den Ort und den Betrieb, was ich ungemein wichtig finde.
Was interessiert dich am Kosmos Schule und warum wolltest du den Aussenraum mit Schulklassen gestalten?
Miteinander bauen ist ideal. Die Rollen Lehrerin/Lehrer und Schülerin/Schüler werden oft aufgehoben, man hat einfach ein gemeinsames Projekt und jeder arbeitet so gut er/sie kann. Das finde ich sehr angenehm und macht grossen Spass. Zudem erachte ich es als eine zentrale Erfahrung, dass ausserhalb des Schulzimmers gearbeitet werden kann. Hinzu kommt die körperliche Bewegung, die Gruppendynamik und das Gemeinschaftsgefühl. Das sind für mich wichtige Grundpfeiler des gesellschaftlichen und politischen Lebens.
Wie hast du die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern beim Bauen erlebt?
Die Zusammenarbeit mit den Jugendlichen und meinen Studierenden (sie unterstützten die Klassen) erlebte ich als sehr motiviert und motivierend. Ebenso geniesse ich die Arbeit mit den Lehrpersonen. Sie vermitteln Freude an der Sache und grosses Engagement, was auch für die Jugendlichen ungeheuer wichtig ist zu spüren und wahrzunehmen. Die Arbeitsatmosphäre ist gelöst und trotzdem hoch konzentriert, dies schätze ich. Ich komme gerne dahin und bin froh, dass die Schule diesen Freiraum zulässt.
Von Kugelbahnen und Teamgeist: Unsere Schüler und Schülerinnen blicken zurück
- Mir hat es gefallen, dass wir so frei waren und es keine strengen Regeln gab. Wir durften unsere Chügelibahn so gestalten, wie wir wollten.
- Der ganze Tag hat mir gefallen: Draussen mit meinen Freundinnen an der frischen Luft beim Kugelbahnen bauen, dekorieren.
- Mir hat gefallen, dass es keine blöden Fächer hatte.
- Mir hat gefallen, dass wir zusammen in Teams arbeiten durften und dass wir keinen Bauplan hatten. Es hat auch Spass gemacht so zu arbeiten. Ich fand es auch toll, dass jeder eigene Handschuhe bekam, damit wir keine Holzsplitter kriegen.
- Die Kugelbahn zu bauen war cool, weil wir selber entscheiden durften, wo man sie bauen will und dass man draussen arbeiten konnte.
Aus Holzresten entsteht weitere Kunst: Badens erster Zoo an der Burghalde
Nach der inspirierenden Spezialwoche mit Markus Weiss blieben zahlreiche ungenutzte Dachlattenstücke zurück. Diese Holzreste, die ursprünglich für das Kunstprojekt gedacht waren, fanden jedoch schnell eine neue Bestimmung. Schon während der kreativen Arbeiten mit dem Künstler entstand die Idee, aus diesen Überbleibseln verschiedene tierische Skulpturen zu erschaffen. Die Freude und die Motivation, die die Jugendlichen während der Woche entwickelten, hielten auch im Schulalltag an.
Mit tatkräftiger Unterstützung des Hausdienstes wurde in kürzester Zeit ein kleines, aber feines Tiergehege auf Zeit zwischen den Gebäuden Burghalde 3 und 1 aufgebaut. So entstand in Windeseile Badens erster temporärer Zoo, der nicht nur die Kreativität der Schülerinnen und Schüler zum Leben erweckte, sondern auch ein überraschendes und charmantes Highlight auf dem Schulgelände darstellte.

Tierische Erlebnisse: Schülerinnen und Schüler berichten vom Zoo-Projekt
Schüler und Schülerinnen stimmen:
- Es war sehr lustig und man musste sehr viel denken.
- Ich mag es in der Natur zu arbeiten, deshalb war es cool.
- Es war schwierig, das Tier auf die Beine zu setzen.
- Es hat mega Spass gemacht, draussen die Tiere aufzustellen. Es hat auch Spass gemacht, das Tier zu bauen mit meinen besten Kolleginnen. Ich fand auch mega cool, dass man auf unsere Schildkröte draufstehen konnte.
- Es war anstrengend, aber hat Spass gemacht!
- Die Zootiere fand ich so mässig, weil es schwierig war, alles zusammen zu halten.
- Mein Erlebnis über mein Zootier war nicht perfekt, aber spassig und lustig.
Beitrag von Samatha Treyer (FLP TTG), Anna Byland (KLP), Christoph Borner (FLP TTG) und Sabine Martens (FLP TTG)