
Digitale Kompetenzen
Wichtiger denn je. Daher gehören sie neu zu den Grundkompetenzen wie schreiben, lesen und rechnen.
Die Schule soll aufs Leben vorbereiten. Der Lehrplan 21 und damit der Aargauer Lehrplan Volksschule unterstützt diesen Anspruch. Bildung ist der Schlüssel zu einer eigenständigen und verantwortungsbewussten Lebensführung. Ein zentrales Element dabei ist das fächerübergreifende Arbeiten im digitalen Bereich, auch bekannt als MIA (Medien Informatik Anwendungen).
Gemäss Schweizer Bildungsbericht 2023 variiert der Ansatz zur Vermittlung von medienspezifischen Kompetenzen und Informatik in der obligatorischen Schule in den verschiedenen Kantonen in Bezug auf fächerübergreifend und/oder als eigenständiges Fach. Der Zeitpunkt, ab wann die Vermittlung von digitalen Kompetenzen startet, und die Anzahl Lektionen variieren ebenfalls (visualisiert in der Abbildung, Quelle Educa 2021).
Einleitung: Die Bedeutung von MIA

Die Ziele, welche im Lehrpln 21 zum sogenannten Modul «Medien und Informatik» gesetzt sind, werden in den Schulen Baden ab dem Kindergarten in den Fächern integriert vermittelt. Dazu braucht es konkrete Absprachen, so dass aufbauend und vertiefend in den jeweiligen Stufen/Klassen an dem Kompetenzerwerb gearbeitet werden kann. Im Idealfall werden Themen aus der Lebenswelt der Schüler:innen herangezogen, die in der jeweiligen Stufe relevant sind (z.B.: Videospiele oder Social Media). Als Planungshilfe für den Aufbau von Kompetenzen in den Bereichen Medien, Informatik und Anwendungen – kurz MIA – dient das MIA-Raster, welches von verschiedenen pädagogischen Hochschulen gemeinsam entwickelt wurde.
Ein fächerübergreifender Ansatz

An den Schulen Baden legt man großen Wert auf fächerübergreifendes Lernen. MIA ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie verschiedene Disziplinen – wie Informatik, Medienkunde und kreative Fächer aber auch klassische Fächer wie Deutsch und Mathematik – miteinander kombiniert werden können. Schüler:innen lernen, digitale Medien zu gestalten, zu analysieren und zu reflektieren. Dies fördert nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch Kreativität und kritisches Denken.
Praktische Anwendungen: Projekte und Beispiele

In der Praxis bedeutet MIA, dass Schüler:innen an Projekten arbeiten, die mehrere Fächer integrieren. Ein Beispiel ist das Projekt gaming4all, bei dem Schüler:innen ein Videospiel für ihre Grosseltern entwickeln und dieses fiktiv über eine Webseite, Werbefilm und Social Media vermarkten. Dabei ermöglichen angrenzende Themen wie beispielsweise Chronologie des Alterns, Sicherheit im Netz, Sucht, Vereinsamung, Storytelling, digitale Barrierefreiheit und vieles mehr fächerübergreifendes Arbeiten. Das heisst, es wird eine Game-Kritik in Deutsch geschrieben und ein Preismodell in Mathe entwickelt. Die 4Ks (kritisches Denken, Kollaborieren, Kreativität und Kommunikation) stehen dabei im Mittelpunkt.
Die Rolle der Lehrkräfte

Lehrkräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von MIA. Sie müssen nicht nur die technischen Fähigkeiten beherrschen, sondern auch in der Lage sein, fächerübergreifende Verbindungen herzustellen. Fortbildungen und Workshops sind wichtig, um Lehrkräfte auf dem neuesten Stand der digitalen Entwicklungen zu halten. Zudem sollten sie ermutigt werden, innovative Lehrmethoden zu entwickeln, die das Lernen ansprechend und relevant gestalten. Die PICTS spielen dabei eine zentrale Rolle. Im Schulhaus Kappelerhof und Dättwil begleitet Ulrike Liebert (PICTS) die Lehrpersonen im Co-Teaching beim MIA-Ansatz.
Herausforderungen und Chancen
Trotz der vielen Vorteile, die MIA bietet, gibt es auch Herausforderungen. Die digitale Kluft zwischen Schüler:innen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen kann dazu führen, dass nicht alle Heranwachsende die gleichen Chancen haben, digitale Kompetenzen zu erwerben. Schulen müssen daher sicherstellen, dass alle Kinder Zugang zu den notwendigen Ressourcen haben. Gleichzeitig bietet MIA die Chance, das Lernen individueller und ansprechender zu gestalten, indem es den Schüler:innen ermöglicht, ihre Interessen und Stärken einzubringen.
Fazit: Bildung für das Leben
Fächerübergreifendes Arbeiten im digitalen Bereich ist ein wesentlicher Bestandteil der schulischen Bildung, der unsere Kinder auf das Leben vorbereitet. MIA fördert nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch soziale Kompetenzen und die 4Ks. Indem wir unseren Kindern die Werkzeuge an die Hand geben, die sie benötigen, um in einer digitalen Welt erfolgreich zu sein, tragen wir dazu bei, dass sie verantwortungsbewusste und aktive Mitglieder der Gesellschaft werden. Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Schulen Orte des Lernens sind, die auf das Leben vorbereiten – in jeder Hinsicht.
Ein Beitrag von Ulrike Liebert, PICTS Schulen Kapplerhof und Dättwil